April 29 2011

Passivhaus: Aktiv bei der Gewinnung von Energie

In Zeiten des globalen Klimawandels ist nahezu jeder Lebensbereich auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die so genannten Passivhäuser tragen durch einen niedrigen Energieverbrauch zum Umweltschutz bei.

Passivhäuser zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu jeder Jahreszeit ohne herkömmliche Heizung oder Kühlung auskommen und den anfallenden Energieverbrauch durch alternative Energien und gute Wärmedämmung decken. Sie sind somit nicht nur energieeffizient, sondern auf lange Sicht wirtschaftlich günstig und umweltfreundlich. In der Regel verfügen Passivhäuser über eine spezielle Bauweise, die dies ermöglicht. Es ist aber auch möglich konventionelle Wohnhäuser so umzubauen und zu sanieren, dass sie die Standards für Passivhäuser erfüllen.

Die gute Wärmedämmung und somit die Reduktion des Energieverlustes werden durch eine gedämmte Gebäudehülle, Dreifach-Wärmeschutzverglasung und effiziente Lüftungen erreicht. Die Gebäudehülle ist absolut dicht und die Belüftung des Hauses erfolgt über ein spezielles System. Dieses System sorgt dafür, dass der Wohnraum regelmäßig mit Frischluft versorgt wird. Zuluft und Abluft bilden dabei einen Kreislauf. Durch Wärmerückgewinnung mittels eines Gegenstromwärmeübertragers wird ein Großteil der Zuluft mithilfe der Wärme der Abluft vorgewärmt.

Ein klassisches Heizsystem ist in Passivhäusern nicht notwendig. Die benötigte Wärme wird über verschiedene alternative Energiequellen zugeführt. Der größte Anteil der Wärme wird über die Wärmeabgabe durch Personen und Haushaltsgeräte im Haus gewonnen. Darüber hinaus gewinnen Solaranlagen Sonnenenergie, um den restlichen Energiebedarf zu decken. So wird auch die Warmwasserversorgung garantiert. Um die Solarenergie optimal zu generieren, sollten Passivhäuser daher mit Südausrichtung gebaut werden und möglichst nicht im Schatten anderer Gebäude und Bäume stehen.

Den Passivhäusern werden viele Vorteile gegenüber konventionellen Häusern zugeschrieben. Vor allem das Aufrechthalten einer konstanten Innentemperatur und somit die Reduktion von Energiekosten stehen im Mittelpunkt des Baus. So ist es im Winter warm und im Sommer angenehm kühl. Die konstanten Temperaturen schützen zudem vor Schimmelbildung an und in Wänden. Die kontrollierte Belüftung und spezielle Luftfilter sorgen für eine gute Luftqualität. Hiervon können auch Allergiker profitieren. Der Bau eines "passiven" Hauses ist zunächst teurer als der eines klassischen Hauses. Langfristig bedeutet ein energiesparendes Haus jedoch eine Kostenersparnis für die Bewohner. Vor allem sind diese Häuser unabhängiger von Schwankungen bei Energiepreisen. Der Passivhaus-Energiestandard legt fest, welche Häuser unter die Bezeichnung fallen. Diese Normen sorgen für eine Abgrenzung zu Niedrigenergiehäusern.